Wir über uns
Die Folgen, die eine Gewalttat hinterlässt sind bei jeder Person unterschiedlich. Sie hängen mit der bisherigen Lebensgeschichte zusammen, mit den individuellen Verarbeitungsmöglichkeiten, mit der Art der erlebten Gewalttaten, mit der Nähe zum Täter.
Opfer von Gewalt können häufig nicht mehr gut schlafen, haben Alpträume, stehen Ängste aus und meiden den Tatort. Um einigermaßen mit den Folgen der Tat für ihr Leben zu recht zu kommen, brauchen sie vielfach Unterstützung und Begleitung. Und sie brauchen Menschen, die diese Unterstützung für sie organisieren. Es gibt Opfer, die am liebsten nicht über die erlittene Straftat sprechen, das Geschehen wegdrängen und vergessen wollen. Andere möchten gerne mitteilen, was sie erlebt haben.
„Er hat ihn wahrscheinlich provoziert", „Warum ist der nachts auch noch unterwegs!", „Gewalt gibt's nur in der Unterschicht!" Häufig wird Opfern von Gewalt ein Teil der Schuld zugeschoben. Sie fühlen sich nicht ernst genommen, erfahren zusätzliche Kränkung und werden so zum zweiten Mal verletzt. In der Familie und im sozialen Umfeld kann er oder sie unter Druck geraten und mit Vorwürfen konfrontiert werden.
(c) Red Man photocasecom
Angebote
Viele Menschen sprechen über Opfer, aber nur wenige sprechen mit ihnen. Betroffene brauchen Signale, die es ihnen erlauben, sich mit ihrer Geschichte einem anderen Menschen anzuvertrauen. Für den Bewältigungsprozess der erlebten Gewalt besitzt das Sprechen über die Gewalterfahrung eine zentrale Bedeutung.
Erste Hilfe bei Gewalt bietet zeitnahe, kostenlose Erstberatung an, weiterführende Beratung, die Begleitung durch freiwillige Paten und Schulungen.
Wir sind Ansprechpartner für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, die eine Gewalttat erlebt haben. Wenn sie sich auf Grund dessen in einer schwierigen psychischen oder sozialen Lage befinden und professionelle Beratung und Unterstützung suchen, dann sind sie bei uns genau richtig. Wir versuchen, mit ihnen gemeinsam die nächsten hilfreichen Schritte zu finden und zu gehen. Darüber hinaus bieten wir bei Bedarf Unterstützung durch gezielte Weitervermittlung zu der am besten geeigneten Einrichtung oder psychotherapeutischen Praxis an.
Alle Angebote sind kostenlos.
Beratung
Wir bieten jugendlichen Gewaltopfern die Möglichkeit sich beraten zu lassen. Die Beratung kann u. a. umfassen:
- Klärung aktueller Probleme in Zusammenhang mit der Gewalttat
- rasche Unterstützung und Begleitung in Krisen oder Entscheidungssituationen
- psychologisch unterstützende Begleitung von medizinischen Behandlungen, Gerichtsverhandlungen etc.
- beratende Nachsorge für Personen nach erlebter Gewalt sowie Beratung der Angehörigen
- ...
Workshops
Workshops zu Themen wie Selbstbehauptung, Umgang mit Konflikten und lösungsorientierter Umgang mit Gewalt sind ein weiteres Angebot unseres Projekts. Die Workshops werden von Experten aus verschiedenen Arbeitsfeldern durch geführt und beinhalten praktisches Wissen zu...
- Verhalten in Konflikt- und Gefahrensituationen: Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstechniken
- Umgang mit Aggression und Gewalt
- Umgang mit Stress und Bewältigung von Angst
- Informationen über polizeiliche und gerichtliche Verfahren
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Vermittlung von freiwilligen Paten
Vielen Menschen hilft es, wenn sie jemanden finden, mit dem sie ihre Situation besprechen können. Das können Freunde oder Verwandte sein. Manchmal ist es aber einfacher mit jemandem zu sprechen, der einem nicht so nahe steht, der nicht aus dem eigenen Umfeld kommt. Hierfür werden den Jugendlichen freiwillige Begleiter als Paten zur Seite gestellt, die als Ansprechpartner bei Gesprächsbedarf und bei Fragen zur Verfügung stehen. Zudem begleiten sie den Jugendlichen bei belastenden Behördengängen und auf angstbesetzten Wegen, die nach der Gewalttat vermieden werden.
Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um die Gewalterfahrung zu verarbeiten. Hierbei spielen sportliche und soziale Aktivitäten eine wichtige Rolle. Der Freiwillige kann bei der Ausgestaltung der Freizeit dabei sein. Er kann helfen, wieder an Dinge anzuknüpfen, die vor der Tat Spaß gemacht haben und eine wichtige Rolle im Leben gespielt haben. Dies dient der schnelleren Genese und Verarbeitung der Erinnerungen an die Gewalttat.
Vorgehensweise
Wenn ein Jugendlicher Opfer einer Gewalttat wurde, kann er oder sie telefonisch oder per Email Kontakt mit uns aufnehmen und wir vereinbaren einen persönlichen Gesprächstermin. Im Gespräch wird das Angebot von „Erste Hilfe bei Gewalt" vorgestellt, gemeinsam nach möglichen Vorgehensweisen und Lösungen gesucht und ein individueller Hilfeplan zusammengestellt. Sind die Angebote von "Erste Hilfe bei Gewalt" nicht passend, erfolgt eine Weitervermittlung beispielsweise an eine andere Beratungsstelle oder eine Psychotherapeutin.



